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11.2.2016

KV-Anlage

Das Logistikgeschäft im Dortmunder Hafen boomt. Allein das Containeraufkommen hat sich in den letzten Jahren im Dortmunder Hafen mehr als verdoppelt. Das 1989 fertiggestellte Container Terminal Dort mund (CTD), das als trimodaler Standort mit den drei Verkehrsträgern Schiff, Eisenbahn und LKW arbeitet, stößt schon seit einiger Zeit an seine Grenzen. Ein Ausbau war mangels verfügbarer Flächen aber nicht möglich. Deshalb wurde von DSW21 eine KV-Anlage auf dem Gelände »Am Hafenbahnhof« realisiert.
Die KV-Anlage – KV steht für Kombinierter Verkehr – in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hafengelände wird nun die Verkehrszweige Schiene und Straße sinnvoll vernetzen. Und das nicht nur im Containerumschlag, sondern auch im Umschlag von Sattelaufliegern und Wechselbrücken. Dieses Angebot fehlt trotz eines entsprechenden Bedarfs bislang in der Hafenregion. Neben den logistischen Vorteilen für Unternehmen wie etwa IKEA wird durch die KV-Anlage eine Entlastung des regio nalen und überregionalen Straßenverkehrsnetzes erreicht, da LKW-Verkehre von der Straße auf die Schiene verlagert werden.

Stärkung von Hafen und Standort
Der Dortmunder Hafen kann damit auf die aktuelle Wettbewerbssituation im Logistikgeschäft reagieren und sein Leistungsportfolio marktgerecht erweitern. Hiermit sollen nicht nur Bestandskunden gehalten, sondern auch Neukunden gewonnen werden.
Zugleich wird der Logistik- und Wirtschaftsstandort Dortmund gestärkt und dessen Arbeitsplätze – rund um den Hafen sind das ca. 5.000, in der Logistikbranche in der Region ca. 26.000 – nachhaltig gesichert.
Die neue Anlage wurde auf dem Gelände des früheren Bahnhofs Nord der DE Infrastruktur GmbH (DI) errichtet. Entscheidend für die Auswahl des Areals westlich der Franz-Schlüter-Straße war vor allem die Anbindung an die Gleisanlagen der DI und damit an die öffentliche Eisenbahninfrastruktur sowie an das Straßen- und Autobahnnetz.

Errichtung in zwei Stufen

Die KV-Anlage wird in zwei Baustufen realisiert. In der ersten Baustufe wurden vier Umschlaggleise mit 720 Metern Länge, je einer Fahr-, Lade- und Rückfahrtspur für LKW und fünf Containerabstellspuren geschaffen sowie ein Containerportalkran beschafft. Nach der Beschaffung des zweiten Ladekrans – voraussichtlich in 2017 – können 103.000 Ladeeinheiten auf dem Gelände mit einer Größe von ca. 70.000 m2 pro Jahr umgeschlagen werden.
In einer zweiten Baustufe kann die Container-Depotfläche um knapp 30.000 m2 ausgeweitet werden. Im Endausbau ist die KV-Anlage damit für bis zu 150.000 Ladeeinheiten pro Jahr ausgelegt.

Probebetrieb seit Ende 2015

Nachdem im November 2012 der Planfeststellungsbeschluss durch die Bezirksregierung Arnsberg erging, hat der Aufsichtsrat von DSW21 am 26. März 2014 dem Bau der Anlage zugestimmt. Die Vergabe der Bauleistungen und des Containerportalkrans folgten im Sommer des Jahres, der 1. Spatenstich im September 2014. Die Planung und Errichtung hat DSW21 in enger Abstimmung mit der duisport-Gruppe (Duisburger Hafen AG) durchgeführt. Die Bauzeit betrug wie vorgesehen ca. ein Jahr, sodass der Probebetrieb der KV-Anlage bereits 16 Monate nach dem 1. Spatenstich aufgenommen werden konnte.

Dienstleistungskonzession an CTD
Die Dortmunder Stadtwerke AG (DSW21) als Eigentümer der KV-Anlage haben die Dienstleistungskonzession im Januar 2015 europaweit ausgeschrieben. Um die Konzession hatte sich u.a. die Container Terminal Dortmund GmbH beworben, die im Juli 2015 die Dienstleistungskonzession für den technischen und wirtschaftlichen Betrieb einer Umschlaganlage für den Kombinierten Verkehr (KV-Umschlag anlage) in Dortmund erhalten hat.

Im Dialog
Nach derzeitigen Prognosen ist davon auszugehen, dass die Container je zur Hälfte die KV-Anlage per Eisenbahn und per Lkw erreichen bzw. verlassen. Im kritischen Dialog mit Anliegern, Anwohnern und politischen Gremien in der unmittelbaren Umgebung der KV-Anlage und in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Dortmund wurde ein Verkehrs konzept zur optimierten Verkehrsführung der Lkw zu den Hauptverkehrsadern erarbeitet. Insbesondere neue Ampelschaltungen sollen dazu beitragen.

 


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